Gruppe jugendlicher Mensch, die auf dem Boden sitzt und von dort nach oben in die Kamera schaut

Austausch und Forderungen queerer Jugendlicher

Kölner Jugendzentrum anyway zu Besuch bei anderen Jugendtreffs

Fünf Tage, fünf Städte und 130 Jugendliche – das ist das Ergebnis der „Queeren Fahrt NRW“. Eine Woche lange machte sich täglich eine Gruppe von Jugendlichen aus dem Kölner Jugendzentrum anyway, Mitgliedsorganisation im Paritätischen NRW, auf den Weg in andere Treffs für lesbische, schwule, bi und trans* Jugendliche in NRW. Dabei besuchten sie die Jugendgruppe BJ in Wuppertal, den Jugendtreff yay in Bielefeld, den Jugendtreff Colour in Siegen sowie das Together-Café in Krefeld und den Jugendtreff GAP in Bonn, letztere beide ebenfalls Mitgliedsorganisationen im Paritätischen NRW. Ziel der „Queeren Fahrt“ war es, dass sich Jugendliche bei gemeinsamen Aktionen vernetzen, austauschen und ins Gespräch darüber kommen, was sie von der Gesellschaft fordern.

Liste der Forderungen und Wünsche ist lang

Auch 2019 ist es noch immer mit Hürden verbunden, als queerer Teenager aufzuwachsen. Das zeigen die mehr als 100 Wünsche, Forderungen und Statements an Politik und Gesellschaft, die die Jugendlichen bei ihren Treffen gesammelt haben. Chris, 19 Jahre, aus Duisburg fordert beispielsweise, dass das Transsexuellengesetz freundlicher für Trans*-Menschen gestaltet und sich um eine Schulaufklärung besser gekümmert werde. Der 23-jährige Uri aus Wermelskirchen wünscht sich Notunterkünfte für LGBT*, die zu Hause Stress haben und deshalb flüchten. Andere Jugendliche weisen auf fehlende Akzeptanz in ihrem Umfeld, Schule und Job hin sowie auf den Mangel an Unisextoiletten in öffentlichen Einrichtungen oder auch auf die Schwierigkeit, eine LGBT*-Jugendgruppe zu besuchen – vor allem wenn man in eher ländlicheren Räumen wohnt. Dies sei insbesondere für Jugendliche schwierig, die es sich nicht leisten könnten, weiter zu fahren, um Jugendtreffs zu besuchen.



Foto: Marius Steffen

Bei ihrer „Queeren Fahrt NRW“ besuchten Jugendliche des Jugendzentrums anyway andere Treffs für lesbische, schwule, bi und trans* Jugendliche.
©Marius Steffen
Bei den Besuchen standen der Austausch und die Vernetzung im Vordergrund. Die Jugendliche schrieben aber auch, was sie sich von Politik und Gesellschaft wünschen.
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